Hinweis: Dies ist ein vereinfachtes Modell mit konstanten Renditen. Keine Anlageberatung.
Was ist ein Entnahmeplan-Rechner?
Ein Entnahmeplan-Rechner hilft dir dabei zu prüfen, wie lange dein Vermögen bei regelmäßigen Auszahlungen reichen kann. Gerade in der Rentenphase oder bei finanzieller Unabhängigkeit ist die Frage zentral: Wie viel kann ich jeden Monat entnehmen, ohne zu früh pleitezugehen?
Der Rechner kombiniert typischerweise fünf Kernfaktoren: Startkapital, monatliche Entnahme, erwartete Rendite, Inflation und Laufzeit. Aus diesen Eingaben entsteht eine Projektion, mit der du unterschiedliche Szenarien vergleichen kannst.
So funktioniert die Berechnung
1) Kapitalentwicklung
Jeden Monat wächst dein verbleibendes Vermögen um die angenommene Monatsrendite. Danach wird die gewünschte Entnahme abgezogen. Dieser Ablauf wiederholt sich über die gesamte Laufzeit.
2) Inflation und Kaufkraft
Wenn du die Option „Entnahme jährlich um Inflation erhöhen“ aktivierst, steigt deine Auszahlung regelmäßig an. Das hält die Kaufkraft stabil, erhöht aber auch den Druck auf das Portfolio.
3) Tragfähige Entnahme
Zusätzlich berechnet das Tool eine grobe „maximal tragfähige Monatsentnahme“ für den gewählten Zeitraum. Damit erkennst du schnell, ob dein geplanter Betrag konservativ, realistisch oder zu aggressiv ist.
Worauf du bei Entnahmeplänen achten solltest
- Renditen sind nicht konstant: Die Realität verläuft in Zyklen mit guten und schlechten Jahren.
- Reihenfolge-Risiko: Schlechte Börsenjahre am Anfang der Entnahmephase sind besonders gefährlich.
- Steuern und Gebühren: Diese sollten in einer detaillierten Planung unbedingt berücksichtigt werden.
- Sicherheitsmarge: Plane lieber konservativ und halte eine Liquiditätsreserve bereit.
Beispiel: 500.000 € über 30 Jahre
Bei 500.000 € Startkapital, 5 % Rendite und 2 % Inflation kann eine Anfangsentnahme von 2.000 € pro Monat je nach Marktverlauf tragfähig sein. Erhöhst du den Betrag deutlich, steigt das Risiko, dass das Kapital vorzeitig aufgebraucht wird.
Ein guter Ansatz ist, mehrere Varianten durchzurechnen:
- optimistisch (höhere Rendite),
- realistisch (historischer Durchschnitt),
- vorsichtig (niedrige Rendite, höhere Inflation).
Praxis-Tipps für einen robusten Entnahmeplan
Flexibel statt starr
Wer in schwachen Jahren die Entnahmen leicht reduziert, erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit des Depots deutlich.
Cash-Puffer einplanen
Eine Reserve für 12–24 Monate Ausgaben kann helfen, bei fallenden Kursen keine Anteile verkaufen zu müssen.
Jährlich neu kalibrieren
Ein Entnahmeplan ist kein „Einmal-und-fertig“-Dokument. Prüfe mindestens einmal pro Jahr Vermögen, Ausgaben und Marktlage.
Fazit
Ein Entnahmeplan-Rechner ist ein starkes Werkzeug für die Ruhestandsplanung. Er liefert keine Garantie, aber eine klare Entscheidungsgrundlage. Nutze ihn regelmäßig, rechne mit konservativen Annahmen und kombiniere die Ergebnisse mit einem flexiblen Ausgabenmanagement.