RAID Rechner
Berechne nutzbare Kapazität, Effizienz und Fehlertoleranz für gängige RAID-Level.
Hinweis: Der Rechner geht von identischen Laufwerksgrößen aus. RAID ist keine Datensicherung.
Was ist ein RAID Rechner?
Ein RAID Rechner hilft dir dabei, die tatsächliche Speicherkapazität eines RAID-Verbunds vor dem Kauf oder Aufbau zu planen. Viele Nutzer addieren einfach die Größe aller Festplatten und wundern sich später, warum deutlich weniger Speicherplatz verfügbar ist. Genau hier setzt ein RAID-Kalkulator an.
Je nach RAID-Level gehen Teile der Gesamtkapazität für Spiegelung oder Parität verloren. Dafür gewinnst du Ausfallsicherheit und in manchen Fällen bessere Performance. Ein guter Rechner zeigt dir deshalb nicht nur die nutzbare Kapazität, sondern auch Effizienz und Fehlertoleranz.
RAID-Level kurz erklärt
RAID 0
RAID 0 verteilt Daten auf mehrere Laufwerke (Striping). Das bringt hohe Geschwindigkeit, aber keine Redundanz. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten betroffen.
- Minimale Anzahl Laufwerke: 2
- Nutzbare Kapazität: 100% der Rohkapazität
- Fehlertoleranz: 0 Laufwerke
RAID 1
RAID 1 spiegelt Daten. Sicherheit ist hoch, Kapazitätseffizienz niedrig. Bei mehreren Laufwerken hängt die tatsächlich nutzbare Größe meist an einer einzelnen Plattengröße.
- Minimale Anzahl Laufwerke: 2
- Nutzbare Kapazität: Größe einer Festplatte
- Fehlertoleranz: bis zu n-1 Laufwerke (modellabhängig)
RAID 5
RAID 5 ist ein verbreiteter Kompromiss aus Kapazität, Performance und Sicherheit. Eine Festplattenkapazität geht für Parität drauf.
- Minimale Anzahl Laufwerke: 3
- Nutzbare Kapazität: (n - 1) × Laufwerksgröße
- Fehlertoleranz: 1 Laufwerk
RAID 6
RAID 6 arbeitet mit doppelter Parität und kann daher zwei gleichzeitige Ausfälle verkraften. Ideal bei großen Arrays und langen Rebuild-Zeiten.
- Minimale Anzahl Laufwerke: 4
- Nutzbare Kapazität: (n - 2) × Laufwerksgröße
- Fehlertoleranz: 2 Laufwerke
RAID 10
RAID 10 kombiniert Spiegelung und Striping. Es bietet starke Performance und gute Redundanz, benötigt aber mindestens vier Laufwerke und halbiert in der Regel die Kapazität.
- Minimale Anzahl Laufwerke: 4 (gerade Anzahl)
- Nutzbare Kapazität: (n / 2) × Laufwerksgröße
- Fehlertoleranz: bis zu n/2 (wenn nicht beide in einem Mirror-Paar ausfallen)
So nutzt du den RAID Rechner sinnvoll
Für realistische Ergebnisse solltest du immer mit identischen Laufwerksgrößen kalkulieren. In gemischten Setups wird oft die kleinste Platte als Basis genommen. Zusätzlich ist es sinnvoll, eine Reserve einzuplanen, da Dateisystem, Metadaten und Snapshot-Mechanismen Speicher benötigen.
Praktischer Ablauf:
- RAID-Level auswählen
- Anzahl der geplanten Laufwerke eintragen
- Größe pro Laufwerk angeben
- Optionalen Overhead in Prozent definieren
- Ergebnis mit zukünftigen Wachstumszielen vergleichen
Beispielrechnung
Du planst ein NAS mit 4 × 8 TB im RAID 5:
- Rohkapazität: 32 TB
- Nutzbare RAID-Kapazität: 24 TB
- Bei 7% Reserve: ca. 22,32 TB netto
Damit siehst du schnell, ob dein Setup für Backups, Medien oder virtuelle Maschinen genügt.
Wichtige Praxis-Tipps
- RAID ersetzt kein Backup: Löschen, Verschlüsselungstrojaner oder Controller-Fehler kann RAID nicht zuverlässig verhindern.
- SMART und Monitoring aktivieren: Früherkennung reduziert Ausfallrisiko.
- Rebuild-Zeiten einplanen: Bei großen HDDs können Wiederherstellungen sehr lange dauern.
- Kapazität mit Wachstum planen: Lieber heute etwas Reserve, als morgen hektisch erweitern.
Fazit
Ein RAID Rechner spart Zeit, Geld und Fehlentscheidungen. Statt grober Schätzung bekommst du eine belastbare Grundlage für die Auswahl von RAID 0, 1, 5, 6 oder 10. Nutze den Rechner oben, teste verschiedene Varianten und entscheide dich anschließend für das Setup, das zu deinem Sicherheits- und Performancebedarf passt.