Schnellrechner: Ehegattenunterhalt (Orientierungswert)
Nutzen Sie diesen Rechner, um einen groben Richtwert für Trennungs- oder nachehelichen Unterhalt zu erhalten. Grundlage ist die häufig genutzte 3/7-Methode auf Basis bereinigter Nettoeinkommen.
Was ist Ehegattenunterhalt?
Der Ehegattenunterhalt soll wirtschaftliche Nachteile ausgleichen, die durch Trennung oder Scheidung entstehen. Im deutschen Familienrecht unterscheidet man vor allem zwischen Trennungsunterhalt (ab Trennung bis zur rechtskräftigen Scheidung) und nachehelichem Unterhalt (nach der Scheidung, nur unter bestimmten Voraussetzungen).
Wie funktioniert dieser Rechner?
Dieser Rechner arbeitet mit einer vereinfachten Standardlogik:
- Ausgangspunkt sind die bereinigten Nettoeinkommen beider Partner.
- Das höhere Einkommen wird mit dem niedrigeren verglichen.
- Vom Einkommensunterschied werden 3/7 als Orientierungswert angesetzt.
- Anschließend wird geprüft, ob der Selbstbehalt des Zahlers unterschritten wird.
Das Ergebnis ist eine erste Orientierung, ersetzt aber keine individuelle Berechnung durch Anwalt, Jugendamt oder Gericht.
Wichtige Einflussfaktoren in der Praxis
1) Bereinigtes Nettoeinkommen
In der Praxis werden vom Nettoeinkommen oft bestimmte Positionen abgezogen, etwa berufsbedingte Aufwendungen, angemessene Altersvorsorge oder eheprägende Schulden. Dadurch verändert sich die Unterhaltsbasis oft erheblich.
2) Kindesunterhalt hat Vorrang
Minderjährige und privilegierte volljährige Kinder gehen im Rang regelmäßig vor. Bereits gezahlter Kindesunterhalt reduziert das für Ehegattenunterhalt verfügbare Einkommen.
3) Erwerbsobliegenheit und fiktives Einkommen
Gerichte prüfen, ob beide Ehegatten angemessen arbeiten. Wird eine zumutbare Erwerbstätigkeit nicht ausgeübt, kann ein fiktives Einkommen angesetzt werden.
4) Betreuungsunterhalt
Wer ein kleines Kind betreut, kann häufig nicht sofort voll arbeiten. Das wirkt sich auf die Unterhaltsdauer und -höhe aus.
5) Befristung und Herabsetzung
Nachehelicher Unterhalt ist nicht automatisch dauerhaft. Je nach Ehedauer, Rollenverteilung und wirtschaftlicher Verflechtung kann er befristet oder reduziert werden.
Typische Fehler bei Online-Berechnungen
- Bruttoeinkommen statt Nettoeinkommen eingeben.
- Sonderzahlungen (Bonus, Urlaubsgeld, 13. Gehalt) nicht berücksichtigen.
- Kindesunterhalt nicht abziehen.
- Falscher Selbstbehalt angesetzt.
- Steuerklassenwechsel nach Trennung ignoriert.
Wann lohnt sich anwaltliche Beratung?
Spätestens wenn Immobilien, Selbstständigkeit, schwankende Einkommen, mehrere Unterhaltsberechtigte oder internationale Bezüge eine Rolle spielen, ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Ein Rechtsanwalt für Familienrecht kann Ihre konkrete Situation rechtssicher einordnen und taktisch begleiten.
Fazit
Der Rechner Ehegattenunterhalt ist ideal für einen schnellen Überblick: Wer könnte zahlen, in welcher Größenordnung und mit welcher Belastung? Für verbindliche Ergebnisse sind jedoch detaillierte Unterlagen und eine individuelle rechtliche Prüfung notwendig.